HHK: Eine weitere Frage war, wie es mit der Frau, sollte es sich um kein Storytelling handeln, von der du in " Und was ist jetzt?" sprichst, weiterging?
Curse: *lacht* Der Track ist teils durch Tatsachen inspiriert und teils Storytelling. Daher gibt es auch kein richtiges „weiter gehen“.
HHK: Zu "Alles Real Records": Wie kamst du dazu ein eigenes Label zu gründen? Gibt es irgendwelche Signings? Wie sieht die Zukunft dafür aus?
Curse: Die Idee zu ARR hatte ich direkt beim Split von „Der Klan“, um Italo Reno & Germany eine Labelheimat zu geben. Zeitgleich kamen Stress & Trauma dazu, sowie Falk aka Hawkeye als Producer. Neu bei ARR ist CLAUD aus der Schweiz, der einige Tracks auf meinem neuen Album produziert hat, Anna, ebenfalls aus der Schweiz, und KOOL DJ GQ, mein DJ, der sein Album bei uns Anfang 2006 veröffentlichen wird.
HHK: Kommen wir zu deiner aktuellen Single "Gangsta Rap". Was genau hat dich dazu inspiriert solch einen Text zu schreiben und wann kam der Zeitpunkt an dem du dir gedacht hast, dass du aktiv dagegen vorgehen solltest?
Curse: Ich gehe nicht „dagegen vor“. Der Text sagt deutlich „ICH HAB NICHTS GEGEN GANGSTA RAP“. Der Song ist nicht gegen echte G's oder Gangster gerichtet, sondern gegen die Möchtegerns und Mitläufer, die das gangsta image kopieren obwohl es nicht ihr eigenes ist. Der Song versucht deutlich zu machen, wie arm es ist dieses image als romantisch zu sehen und zu versuchen zu kopieren, wenn die eigenen Lebensumstände es gar nicht notwendig machen. Zusätzlich sagt der Song, dass viele Gangsta Rapper auch zu der Glorifizierung beitragen, was folgen hat. Aktuell gibt es ja auch einige Jungs, denen das bewusst wird, und die den Kids sagen: Es, du musst nicht sein wie ich! Das finde ich richtig und gut, denn die „Gangsta Rapper“ können das den Kids sogar zig Mal besser sagen als ich – ich bin ja in gewisser Weise ein Außenstehender.
HHK: Soll "Gangsta Rap" eine Art "Antwort" auf all die Tracks & Disses sein, welche sich in der Vergangenheit ja fast, sozusagen, zum "Mainstream-Rap" in Deutschland etabliert haben?
Curse: „Gangsta Rap“ ist, wie oben gesagt, ein Statement dazu, dass nicht alles gold ist was glänzt. Knast ist nicht nice, und Koks macht dich nicht zum Mann. Wenn du im Knast warst, dann bestimmt nicht weil du cool sein wolltest, sondern weil du gepackt worden bist. Die Leute wollen Knast VERMEIDEN. Viele Kids sehen das nicht.
HHK: Wir kam es zur Zusammenarbeit mit Schauspieler Oliver K. Wnuk? Hast du ihn dir als Antagonist in deinem Video selbst ausgesucht? Wie kamst du dazu Ken Duken als Regisseur auszusuchen?
Curse: Ken Duken hat bereits „Und was ist jetzt“ gemacht, und ich war von ihm als Regisseur und Mensch einfach überzeugt. Der Mann hat eine riesen Portion Herz und Einsatz, und dasselbe was ich mit der Musik tue, tut er mit seinem Beruf: Dafür leben und darin aufgehen. Ken war es auch der die Besetzung gemacht hat, und es war wieder mal ein Volltreffer.
HHK: Wie waren bisher die Reaktionen auf deinen Track? Was haben Leute aus deiner eigenen Umgebung dazu gesagt? Gab es auch schon Feedback oder gar Unterstützung anderer Künstler?
Curse: Das Feedback ist positiv. Viele Leute feiern es, weil sie in dem Track zum ersten Mal jemanden das sagen hören, was sie denken. Natürlich gibt es auch Leute die den Song nicht mögen oder missverstehen, aber das gibt es bei jedem Track. Eine „unterstützungs-“ oder „Solidaritätswelle“ anderer Mus gibt es noch nicht. Das Thema ist ja auch heikel und außerdem ist Rap ja immer mehr Competition als Connection. Leider.
HHK: Wie sehr bist du noch auf den HipHop-Underground bezogen? Interessiert es dich was da gemacht wird oder eher weniger?
Curse: Der „Underground“ ist ein riiiiesen Begriff. Ich höre nicht jede platte von jedem MC, das wäre eine Lebensaufgabe. Aber immer wenn ich was höre was mir gefällt höre ich auch genauer hin, informiere mich und finde einige Sachen dann auch richtig cool.
HHK: Machen wir nun noch ein kurzes Brainstorming
- Minden
Heimat
- HipHop "Kultur"
Wärme
- Die Zukunft
Liegt vor uns
- Sascha Bühren
Busy
- Gangsta Rap
Viel arbeit
HHK: Kommen wir zum Ende... Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Stehen weitere Projekte, nach deinem Album Release, an? Irgendwelche neuen Features? Oder arbeitest du schon an etwas Neuem?
Curse: Ich arbeite konstant an neuen Sachen. Anfang des Jahres gibt es die 2te Single, dazu dann die tour im Februar und März. Im Jahre 2006 wird ARR sehr aktiv sein. Es kommen die Alben von DJ GQ, Italo Reno, Germany, Stress & Trauma, Anna (auf ARR Suisse), ein Mixtape von Jamie Brown (Germany's Bruder) und so Gott will das Weser Allstars Album.
HHK: Hast du zum Schluss den Lesern von HipHopKultur.com noch etwas zu sagen?
Curse: Hört euch mein Album mit offenen Ohren und Herzen an. Wenn es euch gefällt, kauft es.
HHK: Vielen Dank an Curse für dieses Interview.
Curse: Ich danke. |