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Specials 2004: Sido Biografie

Zu Beginn seiner Karriere, im Jahr 1997, war die heutige Situation noch nicht absehbar. Der junge Berliner MC sido wollte nur mit seinen Kumpels aus dem Märkischen Viertel rumhängen und Musik machen. Musik, die anders war als der Rest des deutschen HipHop: Eine Fusion aus Techno und Electro Sounds in bester Berliner Tradition und harten, direkten Texten, die die soziale Realität im Plattenbau-Ghetto widerspiegelten. Und wie immer, wenn etwas Neues entsteht, gibt es Kritiker und Neider zuhauf. Die Presse schwieg sido's Gruppe, Die Sekte, einfach tot. Die meisten HipHop Künstler schüttelten nur den Kopf über die jungen MCs aus der Hauptstadt, die alle Regeln des altehrwürdigen HipHop aus den Angeln hoben und für sich neu definierten.

Aber während die deutsche HipHop Szene sich diskutierend und kopfschüttelnd langsam dem eigenen Untergang entgegenneigte, die Verkaufszahlen einbrachen und das Publikum in Scharen abzog, steigerte sich die Popularität der Sekte enorm: In ihren Anfangsjahren konnten sie mit Alben, die nur auf Tape erhältlich waren, insgesamt über 20.000 Einheiten im Selbstvertrieb unter die Menschen bringen. Kein Wunder, dass das Berliner Untergrund Label Aggro Berlin schnell auf sido aufmerksam wurde. Mit einem Plattenvertrag und noch mehr Energie rennt sido seitdem die Barrieren der Industrie einfach nieder. Mit ersten Solotracks auf den Compilations „Ansage Nr.1 & 2“ baute der mittlerweile gereifte Anfangszwanziger seinen Ruf als Rettung des deutschen Rap aus: Ob Zahlungsschwierigkeiten,Clubabende, Götzenverehrung oder Analverkehr - sido speist sich aus einer unglaublichen Themenvielfalt, bietet ungeschminkten Humor und tiefe Einblicke ins Seelenleben á la Eminem abgerundet mit einem Flow, der vielseitig und stilsicher über die Beats segelt. Kein Wunder, dass sein vorletztes Werk, das Crew Album “Alles ist die Sekte“ (A.i.d.S.), in den Top 10 der deutschen HipHop Jahrescharts landete.

Und kein schlechtes Vorzeichen, wenn man an sein anstehendes Soloalbum “Maske“ denkt. Eine weitere Säule sind die Live Shows mit seiner Crew Die Sekte als Vorgruppe der Hieroglyphics und Arsonists, die „Aggroberlin Ansage Nr. 1 Deutschland-Tour“ im Herbst 2002 und zahlreiche Festival Shows – darunter in diesem Sommer die beiden größten deutschen HipHop Festivals “Splash“ und “Hip Hop Open“. sido ist ein Showman, der sein Publikum fordert und motiviert, charmanter Entertainer und Ghettokind in einem. Dass es in diesem Herbst 19 Shows im Rahmen seiner ersten Solo Tour zu füllen galt, sorgt bei keinem der Beteiligten für Kopfzerbrechen. sido hat seine Fans schon heute - und sie haben ihn noch nie enttäuscht....


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