Jeyz aka Jesue Cacciato ist eine der größten Rap-Hoffnungen aus Frankfurt am Main und hat mit seinen 23 Jahren schon einiges an musikalischen Veröffentlichungen vorzuweisen.
Knapp 10 Jahre lang war er Mitglied der letzten Sommer aufgelösten Hip Hop Formation "Chabs" aus Frankfurts Nordwesten, die unter anderem 1993 ihr Erstlingswerk "Der Tag" auf dem "Asiatic Warriors"-Sampler "Strength" ablieferte. Wer die Frankfurter Hip Hop Szene und ihre vielen Individualisten kennt, ist über eine Crew-Auflösung nicht weiter verwundert - dass im Falle der "Chabs" die Auflösung pünktlich zum ersten eigenen Release stattfinden musste, klingt dennoch überraschend. "Leider haben wir uns zuletzt nur noch in Punkto Musik verstanden, menschlich haben wir uns in so derart unterschiedliche Richtungen entwickelt, dass eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen der "Chabs" nicht mehr möglich war", so Jeyz zu der Auflösung der Gruppe. Somit bleibt die Doppel-A-Single "Kern der Wunden" und "Sagen was wir denken" ein "Unikat" und nur die Zukunft wird uns sagen können ob es eine weitere Veröffentlichung der "Chabs" geben wird.
Absolute Priorität hat momentan die Fertigstellung des ersten Soloalbums des Sizilianers aus der Nordweststadt, welches sich in den finalen Zügen der Produktion befindet. Bis hierher war es ein langer und beschwerlicher Weg. Viele Beiträge auf diversen Samplern und Mixtapes, die schließlich in der Zusammenarbeit mit D-Flame auf dessen Debütalbum "Basstard" in Form von "Wo sind wir daheim" und Azads Meisterwerk "Leben" mit dem schon legendären "Nordwestschlagzeilen" seinen Höhepunkt fanden.
Seit Anfang 2001 fungiert Jeyz als "Main Back MC" Azads und tourt seitdem gemeinsam mit Azad durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Ich habe viel gesehen und gelernt in den letzten 2 Jahren. Meine Performance auf der Bühne ist sicherer und selbstbewusster geworden. Heute spielt es keine Rolle wie viele Menschen im Publikum stehen, ich freue mich sogar auf Events wie "Splash" oder die "Hip Hop Open". Die Zeit mit Azad ist wie ein Training für mein eigenes Album und ich brenne darauf in Kürze ganz vorne zu stehen und meinen eigenen Scheiß zu repräsentieren!" Auf die Frage wie sein noch namenloses Debüt klingen wird, erwidert der "Poet der Straße": "Ich erzähle über mein Leben. Von all den Sorgen und Strapazen, die mir bisher widerfahren sind. Krisen - das ist leider ein großer Bestandteil meines Lebens. Trotzdem schaue ich immer nach vorne und verliere nie die Hoffnung. Das Schreiben über mein Leben ist eine Art Selbsttherapie. Ein Ventil, durch das ich all meine Aggressionen hinausjage."
Stand: Oktober 2002