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Rince im Interview


Diese Mal sprachen wir mit Rince aus Berlin

HHK: Wie und wann bist du auf Rap gekommen?

Rince: Früher habe ich hauptsächlich Punk und Crossover gehört und bin darüber zu Rap-Musik gekommen, so gegen 97. Meine ersten Rap-CDs waren Rakim's „18th letter“, „Wu-Tang Forever“ und ja ich geb's zu: „No way out“ von Puff Daddy. Der hat mich damals irgendwie geflasht.
Als deutscher Rap dann seinen Aufschwung hatte, bin ich durch die „Bambule“ von den ABs drauf hängengeblieben.

HHK: Welchen Rap hörst du? Also gibt es eine spezielle Richtung, die du bevorzugst?

Rince: Naja, hauptsächlich hör ich natürlich schon Battle-Rap, viel deutschen Kram. Aber ich bin eigentlich ziemlich offen, hör mir auch gerne ein gutes deepes Lied an. Der deutsche Untergrund sizzled im Moment sehr, da gibt's viele Sachen, die mir besser gefallen, als Profi-Produktionen. Bei Ami-Rap bin ich eher für die Eastcoast zu haben, Dilated Peoples sind zum Beispiel sehr gut. Französischer Rap ist auch ganz nice. Ansonsten steh ich auch sehr auf Metal und so n Zeug. Laut halt.

HHK: Wie stehst du zu Rap?

Rince: Ich will Hiphop nicht so aufblähen, wie es viele gerne tun. Dieses ganze „Hiphop ist eine Lebenseinstellung“-Gerede kann ich nicht so nach vollziehen. Rap ist gute Musik, die sehr vielfältig ist. Du hast alles drin: von traurig bis Party, von intelligent bis prollig. Das gefällt mir.

HHK: Was sind deine Ziele beim rappen?

Rince: Mein kurz- bis mittelfristiges Ziel ist natürlich, mein Album fertig zu kriegen. Ansonsten hab ich keine Ziele wie Vertrag oder sowas. Ich mache Musik, weil es mir einfach viel Spaß macht. Große Karriere ist nicht meine Absicht, vor allem wenn ich sehe, wie das bei vielen endet... Im Moment seh ich Musik nur als Freizeitbeschäftigung und lass die Dinge auf mich zukommen.

HHK: An wen orientierst du dich?

Rince: Ich finde, man sollte sich nicht an anderen orientieren à la: „Uuh, der Banjo hat ja nen geilen Flow, so rappe ich jetzt auch!“. Natürlich hat man immer Einflüsse durch das Zeug, was man hört. Aber im Endeffekt entwickelt man mit der Zeit seinen eigenen Stil – die Leute merken auch, wenn man nur imitiert und nicht man selber ist. Wer mich zur Zeit sehr flasht, sind Fanstar sowie Faust & Abdel aus der RBA. Gegen die könnte so mancher Profi-Rapper fix einpacken, zum Teil echt beeindruckend. Trotzdem würde ich nie versuchen, ihren Style zu kopieren. Selbst, wenn ich dazu in der Lage wäre. ;-)

HHK: Du bist ja auf hiphop.de ein sehr bekannter & guter MC. Was ist ein guter Battle Text für dich?

Rince: Erstmal vornweg: Den ganzen Internet-Fame sollte man nicht überbewerten. Ich freu mich natürlich über Props und Feedback aus dem Forum, aber allzu viel kann man sich darauf auch nicht einbilden.
Was ein guter Battle Text ist... Schwer zu sagen... Das wichtigste ist, dass er interessant und unterhaltsam ist. Viele Leute kommen immer mit diesen ausgelutschten „Ich fick deine Mutter“ und „Ich bin der Beste“ Texten – damit kommt man heut nicht mehr weit. Mir persönlich gefallen Texte mit einfallsreichen Wortspielen und Doppeldeutigkeiten. Gleichzeitig darf es aber nicht nur die Humor-Schiene sein, es müssen auch ein paar agressive Lines dabei sein. Doppelreime sind inzwischen fast Standard, alles darüber hinaus macht sich auch immer gut.
Aber es gibt aber keine allgemeine Formel. Die Aggro-Leute z.B. fahren ne ganz andere Linie, aber es hat trotzdem seinen Charme. Das meine ich mit eigenem Stil: Man sollte so schreiben, dass es einem selber gefällt! Dann gefällt es auch anderen. Wenn man selbst nicht von dem Text überzeugt ist, kann man ihn gleich in die Tonne treten.

HHK: Was bevorzugst du mehr? Battle Texte oder andere?

Rince: Wie gesagt, ich höre viel Battle, aber auch anderes Zeug, wenn es gut ist. Ich will in Zukunft auch etwas mehr abseits von Battle schreiben. Allerdings fällt es mir schwer, ich gebe nicht gerne aller Welt meine Gefühle preis.

HHK: Welche Artists, falls es welche gibt, haben deinen Style beeinflusst?

Rince: Hmm, ich weiss nicht! Bewusst hab ich nie jemandem nachgeeifert. Es prägen einen halt die Sachen, die man hört. Aber ich wollte eigentlich nie wie jemand anders klingen.
Manchmal möchte ich allenfalls einen Beat in einem bestimmten Stil machen – aber am Ende kommt eh immer ganz was anderes bei raus und das ist auch gut so.

HHK: Wer sind deine Vorbilder, wenn es so etwas für dich gibt?

Rince: Es gibt in allen Bereichen Menschen, die Großartiges erreicht haben. Aber jeder Mensch führt sein eigenes Leben und trifft eigene Entscheidungen. Wie jemand anders sein zu wollen, bringt einen nicht weiter, vor allem wenn dieser jemand auf einem ganz anderen Level ist. Ich setze mir lieber kleinere, realistische Ziele, die ich auch erreichen kann.

HHK: Mit wem hattest du schon Collabos bzw. mit wem hast du vor in Zukunft welche zu machen (oder mit wem WÜRDET ihr gern welche machen)?

Rince: Jetzt ausser Dr. Dre? Hehe nee, meine bisherigen Kollabo-Partner sind relativ unbekannt, z.B. G34, Prittman, Micha oder Dynamike. Ausserdem haben mir u.a. Scrawl, Roycter und Krassbass schon dicke Beats spendiert. Die meisten waren Mitglieder von Hiphop.de, da mein Freundeskreis größtenteils nicht so auf Rap steht. Ansonsten sind fürs Album diverse schöne Features geplant. Aber solange es nicht in trockenen Tüchern ist, halt ich mich da noch zurück.

HHK: Was hälst du von der wachsenden Popularität von Aggro Berlin (bzw. was hälst du im Allgemeinem von Aggro)?

Rince: Berlin ist halt Chef!
Ich hör mir die Musik an, z.T. gefällt sie mir ganz gut. Besonders die neueren Beats von AidS und Bushido find ich sehr tight. Die Gangsta-Texte sind allerdings nicht so mein Ding, auf die Dauer wird das sehr anstrengend. Man muss das aber auch nicht bierernst nehmen, ich glaub nicht, dass sie alles wortwörtlich meinen. Leider ist hier das gleiche Problem wie bei Savas früher: Viele Kiddies sind zu hohl, um den Humor zu kapieren und wollen den Jungs nacheifern. Aber den Aggro-Leuten an sich muss man Respekt zollen für ihren Erfolg.

HHK: Was kann man in den nächsten Monaten von dir erwarten? Ist was neues geplant (Album, Collabos etc...) ?

Rince: Soweit die Zeit es erlaubt, arbeite ich fleissig an meinem ersten Album „Nuklearer Winter“. Leider bin ich im Sommer nicht so gut vorangekommen, wie geplant. Deshalb wird es wohl erst so im Frühling fertig. Ich will halt weder so viele uralte Tracks, die schon jeder kennt, raufpacken, noch irgendwelche mit der heissen Nadel gestrickten mittelmäßigen Tracks.

HHK: Schlusswort?

Rince: Seid ehrlich zu euch selbst.
Und geht auf http://www.rince.de.ms.

HHK: Pace & THX für das Interview!

Rince: Yoah, ich danke auch!




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