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Lettre Ouverte im Interview


Hier haben wir mal ein Interview mit einer Crew, die noch kaum einer kennt, aber rein textlich und musikalisch überzeugen. Die Jungs (und Mädels) kommen aus der deutsch- französischen Schweiz und sprechen durch ihre zwei-sprachigen Rhymes eine breite Masse an. Also, checkt, was Eric C. von "Lettre Ouverte" der Welt da draussen mittzuteilen hat.

HHK: Stellt euch mal selber vor, bevor ich was sage. Wer seid ihr, woher kommt ihr und vor allem wie ist "Lettre Ouverte", kurz gesagt, entstanden?

Eric C.: ok, also Lettre Ouverte ist eine schweizer Crew bestehend aus zwei französischsprachigen MC's: Bat und Jok, einem auf Deutsch rappenden MC, meine Wenigkeit (D)errick Roksn und unsere Sängerin Amélie. Zusammengefunden haben wir letzten Sommer. Eigentlich kennen wir uns alle von klein auf. Und irgendwann haben wir uns mal getroffen und festgestellt, dass wir alle irgendwann angefangen hatten zu rappen. Ich selber rappe seit 5,6 Jahren, Jok und Bat seit 2 Jahren. Naja, und dann hat sich das halt irgendwie ergeben, dass wir was zusammen machen. Und daraus ist dann Lettre Ouverte entstanden. Amélie wollten wir eigentlich nur für einen Refrain engagieren, aber dann stimmte der Vibe einfach dermaßen, dass wir sie einfach völlig in der Crew integriert haben.

HHK: Wie würdet ihr eure Musik stilistisch einordnen, bzw. hab ihr Vorbilder an denen ihr euch anlehnt?

Eric C.: Also ich würde unseren Sound gar nicht irgendwo einordnen wollen. Wir machen weder Rap, noch Hip Hop, sondern einfach Musik, so wie wir sie auch hören würden und sie zu bezeichnen und einzuordnen überlassen wir anderen. Aber generell kann man glaub ich sagen, dass wir eher aus der chilligen Ecke auf Platte kommen, live aber abzugehen pflegen. Was Vorbilder angeht, so kann man ganz klar die Neptunes aufzählen, die für mich die genialsten Musikschaffenden zur Zeit sind, ansonsten noch The Gift Of Gab, Redman, Scred Connexion, Jurassic5... Ich persönlich würde dann noch Patrice, die Beatles, Outkast, Aphex Twin und The Streets aufzählen.

HHK: Was versucht ihr mit eurer Musik auszusagen? Was für Leute spricht eurer Meinung nach Lettre Ouverte an?

Eric C.: Hm, also der zweisprachige Aspekt spielt natürlich eine große Rolle, da wir
halt deutsch- und französischsprachige Hörer haben und wir deswegen
vielleicht eine breitere "Masse" ansprechen können. Ansonsten kann ich dir
jetzt keinen Steckbrief des typischen Lettre Ouverte Hörers geben. Das Ding
ist einfach, dass egal, was wir machen bestimmte Leute angesprochen werden
und andere nicht. Von daher versuchen wir nicht eine bestimmte Gruppe
anzusprechen, sondern gehen einfach mal davon aus, dass es jeder mögen kann.
Und im Endeffekt versuchen wir nichts bestimmtes auszusagen, ausser, dass


Lettre Ouverte

wir Frauen und gute Musik lieben und uns das Recht rausnehmen so hochnäsig zu sein, Leute die wir nicht mögen auch so zu behandeln. Es ist halt einfach nur so, dass alle Tracks aus einem bestimmten Vibe heraus entstehen, so
zieht sich kein großartiger roter Faden durch unsere Tracks. In Zukunft werden wir aber auf jeden Fall Tracks machen, die Sexy sind. Das fehlt uns noch zu sehr.

HHK: Mal was anderes, wie seit ihr auf euren Namen gekommen, der übersetz ja "offener Brief" heisst und was soll er aussagen?

Eric C.: Der Name ist ganz spontan entstanden. Wir saßen in einer Bar und sprachen darüber, wie wir uns als Gruppe nennen sollten. Irgendwie hab ich dann von einem Track gesprochen, den ich kurz vorher geschrieben hatte, der eben "offener Brief" hieß. Tja, und wir waren uns alle einig, dass es ein absolut cooler Name für eine Gruppe ist, da es eine gewisse Kontinuität bei unserer Musik suggeriert. Aber eine tiefere Bedeutung hat der Name nicht.

HHK: Du hast gesagt das ihr Tracks machen wollt die sexy sind, wie sehen solche Tracks für dich aus, bzw. was beinhalten diese Tracks für dich?

Eric C.: Hm, also es muss auf jeden Fall etwas sein, wozu die Mädels bei unseren Konzerten Bock haben zu tanzen. Das hat jetzt nichts mit Jiggy oder so zu tun, sondern es müssen einfach Tracks sein bei denen die Crowd und besonders die Mädels halt Sexy bei aussehen und sich auch sexy fühlen. Ich weiß nicht, es ist schwer zu erklären. Jeder kennt doch solche Tracks, die er sexy findet und zu denen er einfach hemmungslos tanzt. "Tape You" von NERD ist halt so etwas für mich. Aber bei uns würde es natürlich ganz anders aussehen. Anspruchsvolle Raps können aber dennoch sexy sein.

HHK: Um mal wieder auf euch als Crew zurück zu kommen, wie sehen eure Pläne in der nahen Zukunft aus, Collabos, Auftritte?

Eric C.: Was Collabos angeht, so haben wir da einiges in der Mangel: mit r4d, der ja schon auf "Scrabble" einen Track Produced hat, bereiten wir einen Track vor, der dann bald auf unserer Homepage erhältlich sein wird, mit Mezz aus Genf werden wir etwas machen, dann noch mit der Punkband Overalls, sowie dem Rapper MaLo NoWa aus Moers, vielleicht auch etwas mit einem MC aus Polen, aber das ist noch unsicher. Ich hab auch mit der Berliner Popband "Ferrymen" einen Track gemacht. Desweiteren kommt im Herbst dieses Jahres unsere zweite
EP "Lettre Ouverte EP" raus, wo schon die Produzenten Amie C, MaLo NoWa, Syxx und meine Wenigkeit feststehen und auf unserer Homepage www.lettre-ouverte.ch kann man sich rund um die Uhr über unsere Auftritte
informieren. Unser Ziel ist es auf jeden Fall so viel Live Erfahrung wie nur irgend möglich zu sammeln.

HHK: Desweiteren, würde mich Interessieren wie du bzw. ihr zu City represent steht ( siehe Berlin, Hamburg, etc.)?

Eric C.: Also ich muß dir ehrlich sagen, ich kann damit nur wenig anfangen, da ich zwar, wenn dann Leipzig representen würde, aber ich wohne da ja auch nicht mehr und weiß nicht, ob ich da jemals wieder hinziehen werde. Ich trage diese Stast halt nur im Herzen. Aber ich würde jetzt nicht Yverdon, wo wir wohnen, representen, nur weil ich da wohne. Ich mag diese Stadt nicht. Das tut im Endeffekt keiner von uns. Wir wohnen da und verbringen unser Leben eine Zeit lang dort. Aber das ist kein Grund für diese Stadt einzustehen. Wenn jetzt aber Berliner Berlin so geil finden, dass sie ihr Label Aggro Berlin nennen müssen und ständig Berlin representen müssen, dann ist es doch
völlig legitim. Hamburg das gleiche. Ich weiß nicht so ganz, was ich dazu sagen soll. Außer halt dass es für mich nicht in Frage kommt, da ich zwischen zwei Stühlen stehe und in gewisser Maßen heimatlos bin. Sagen wir,
dass ich in der Schweiz Deutschland represente und in Deutschland die Schweiz represente.

HHK: Mal wieder was anderes. Ihr habt jetzt das Demo draussen, wo wird es raus gebracht, habt ihr ein Label das euch die M öglichkeit bietet es auf den Markt zu bringen?

Eric C.: Also das Demo ist am 15. Dezember letzten Jahres rausgekommen und wir haben das alles in Eigenregie geregelt. Aber im Endeffekt hat das schon größere Wellen geschlagen, als wir gedacht hätten, da wir halt die Tracks auf unserer Internetseite www.lettre-ouverte.ch kostenlos zum Download bereit gestellt haben und das eigentlich auch ziemlich viel Erfolg hatte.

HHK: Wie sieht die nahe Zukunft für Lettre Ouverte aus, gibt es da konkrete Vorstellungen oder lasst ihr alles grösstenteils auf euch zukommen?

Eric C.: Hm, auf jeden Fall erstmal viele Konzerte machen. Wir konnten zwar schon so einige Konzerte spielen, aber das muß noch viel mehr werden, denn nur so kann man sich auch ernsthaft einen Namen machen. Wer auf der Bühne uninteressant ist, den wollen die Leute halt im Endeffekt nicht sehen. Ansonsten bereiten wir eine 6-Track EP vor, die sinniger Weise "Lettre Ouverte EP" heißen wird, und die Ende des Jahres rauskommen soll. Ansonsten,
gibt es noch ein paar Samplerbeiträge in der Schweiz und ein Solo Mixtape von mir ... Tja, sonst schauen wir mal, was sich so ergibt. Auf jeden Fall musikalisch reifen, textlich weiterentwickeln. Eines Tages wollen wir mit Lettre Ouverte mit einer Band auf der Bühne stehen. Da sind wir jetzt schon auf dem richtigen Weg.

HHK: So... Dann haben wirs ja erstmal geschafft und ich hoffe wir werden noch eine Menge von euch hören. Gibt es noch etwas, was ihr an Fans, Hater oder Kollegen auf diesem Weg sagen wollt?

Eric C.: Auf jeden Fall wollen wir denen danken, die uns von Anfang an unterstützt haben, diejenigen wissen, wer sie sind. Vielen Dank auch an alle Hater und Neider, da sie uns hungrig machen und wir deswegen schneller vorankommen. Wie Bat in einem seiner Texte richtig sagt: "Neid ist, einen Stock in sein eigenes Rad zu werfen" ... Das ist es einfach. Durch euch werden wir besser ... Keep hating! ... Ich persönlich möchte allen Mädels danken, die ich geliebt habe, da es mir geholfen hat, zu mir selbst zu finden ... Und als letztes vielen Dank an Syxx für alles was er für die Gruppe und für mich getan hat ... Und meinem Bruder für unsere Website. Danke. Und alle die, die dieses Interview hier lesen wollte ich nur sagen, hört gute Musik, traut euch zu lieben und genießt euer Leben. Das war's...




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