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Kollegah im Interview

Es ist soweit. Das lang-ersehnte Debutalbum vom Boss der Bosse Kollegah ist draussen! Nachdem wir den Selfmade-Rapper bereits im März diesen Jahres in Freiburg trafen, sprachen wir nun noch einmal kurz vor dem "Alphagene" - Release mit dem 23-jährigen "Zuhälter"-Rapper. Er berichtet uns über die Arbeit zu "Alphagene", was sich in den letzten Monate alles getan hat etc. Da die Zeit vor dem Release leider sehr knapp war, haben wir Euch leider nur ein E-Mail Interview an den Start bringen können. But shit happens, hier ist es, viel Spaß damit! :)

 +++ HHK Interview vom 06.03.2007 +++

+++ Download: Exclusives Audio - ShoutOut von Kollegah für HHK+++



HHK: Hallo Toni, wir hatten ja dieses Jahr in Freiburg vor deinem Auftritt schon einmal das Vergnügen. Was ist seit dem passiert? Wie war die Vorbereitungszeit auf dein Album?

Kollegah: Das Album nahm viel Zeit in Anspruch, trotz dessen widmete ich mich ausreichend bosshaften Aktivitäten wie beispielsweise dem Pokern um hohe Summen, dem käuflichen Erwerb von Edelklamotten, sowie dem Slappen von Bitches. Daraus zog ich wie schon bei meinen Mixtapes die nötige Inspiration für die Schaffungsphase.

 

HHK: Musst du dich immer noch mit den Vorurteilen des "Internet-Rappers" schlagen, oder hat sich in dieser Richtung schon einiges geändert?

Kollegah: Wurde schon seit Jahren nicht mehr so genannt.


HHK: Was hälst du von der Behauptung, dass ein Rapper heutzutage mehr ein Geschäftsmann, als ein eigentlicher Rapper, der sich nur auf Rappen selbst konzentrieren muss, ist?

Kollegah: In der Aussage steckt ein wahrer Kern, Talent alleine ist oft nicht genug. Andererseits versuchen sich leider zunehmend auch viele Geschäftsmänner als Rapper und versuchen ihre Talentlosigkeit mit geschickten Businesmoves zu kaschieren, was aber nicht funktioniert.


HHK: Gut, kommen wir aber nun zu deiner Musik. Chronik I, wie war die Resonanz?!

Kollegah: Wie bei einem derart qualitativen Produkt zu erwarten war, fiel die Resonanz durchaus positiv aus. Erfreut nahm ich zur Kenntnis, dass auch jene Beats, bei welchen ich aktiv am Entstehungsprozess beteiligt war, bei der Hörerschaft Begeisterung auslösten.


HHK: Wie lange braucht so ein Kollegah für seine Texte und gibt es da eine Inspirationsquelle beim schreiben, oder einen besonderen Platz... also irgendwas das dir dabei hilft solche Vergleiche zu erstellen?

Kollegah: Ort und Zeitpunkt spielen eine untergeordnete Rolle. Die Texte entstehen, wann immer die Zeit es zulässt. Nach einem ereignisreichen Tag fällt es jedoch umso leichter, da einzig und allein die einzelnen Momentaufnahmen zusammengeführt werden müssen. Die Vergleiche kommen beim Schreiben oder fliegen einem in alltäglichen Situationen zu und werden im Handy (aus Platin) gespeichert.

HHK: Du hast auf dem Sampler wieder einmal diverse Punchlines, Wortspiele etc. der Extra-Klasse ausgepackt. Viele Fragen sich: „Wie macht er das? Gehen ihm die Vergleiche nicht irgendwann mal aus?“ Was sagst du dazu?

Kollegah: Wie gesagt: die Vergleiche entstehen beim Schreiben oder fliegen einem zu. Wenn ich beispielsweise mit Bitches in knappen Outfits im Benz verweile, dann schießt mir unumgänglich das Bild von Ritterassistenten in den Kopf.


HHK: Kommen wir zu „Alphagene“. Freitag ist es soweit. Was erwartest du selbst vom Release? Wird an diesem Tag der absolute Kollegah-Hype in Deutschland ausbrechen?

Kollegah: Der Kollegah Hype zog ja schon in den letzten Wochen ganz Rapdeutschland in seinen Bann.Wir hoffen, dieser führt auch zu einem Chart-Entry, welcher eine weitere Sprosse auf der steilen Karriereleiter darstellen würde.


HHK: Erzähl uns doch mal, welche Probleme es kurz vor der Veröffentlichung des Albums noch gab?


Kollegah: Ich geriet mit dem Gesetz in Konflikt. Die daraus resultierenden Gegebenheiten sprengten den zeitlichen Rahmen der Produktion und das Releasedate musste etwas verschoben werden.


HHK: Was kann man vom Album erwarten? Das Snippet lässt auf jeden Fall schon mal tief einblicken. Wie sieht es mit „deepen“ Tracks (á la „Sommer“) aus? Gibt's auch so was auf der Platte?


Kollegah: Neben den gewohnten Punchlinemassakern sind auch diesmal tiefgründige und persönliche Stücke vertreten. Meine Vergangenheit auf der schiefen Bahn, sowie meine Familie werden thematisiert. Derart kitschfreie und ehrliche Vergangenheitsbewältigung stellt in der hiesigen Rapszene durchaus ein Novum dar.


HHK: Schon in Aussicht welche Auskopplung nach „KUCK AUF DIE GOLDKETTE 2007“ an der Reihe ist?


Kollegah: Da auf dem Album fast jeder Track ein Hit, eine potentielle Single ist, wurde in dieser Richtung noch nichts festgelegt.


HHK: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Bass Sultan Hengst?

Kollegah: Ich plante einen Track mit der Thematik des Macho-Styles und stellte während der Umsetzung fest, dass Hengzt ein ideales Feature wäre. Also fragte ich an und schon war die Sache geritzt.


HHK: Warum ist Chissmann nicht vertreten?

Kollegah: Chissman verlangt für seine Parts leider derart hohe Summen, dass nach meiner saftigen Geldstrafe unter Berücksichtigung der demnächst anstehenden Videoproduktion der zweiten single die Liquidität nicht noch in diesem immensen Maße belastet werden konnte.


HHK: Kein HHK Interview ohne Brainstorming:

Slick One - Selfmade Endboss

Alphagene - Wegweisend wie Wegweiser

Veni, Vidi, Vici - Ja Rule

2008 - Takeover

Deutscher Rap - 99,9 Prozent...


HHK: Denkst du noch manchmal an die Anfangszeiten bei der R-B-A und deine Hater etc. zurück, und gibt es da Dinge, bei denen du denkst, dass du sie im Nachhinein anders machen würdest?

Kollegah: Der Kollegah Hype begann ja mit dem Release des ersten Zuhältermixtapes. Das Ändern von Dingen, welche im Vorfeld passierten hätte also keinen Einfluss auf den späteren Verlauf meiner Karriere. Hater der ersten stunde haten vermutlich immer noch. Nur mussten die ihre Argumente im Laufe der Zeit ändern, denn Aussagen wie 'Sein Video wird sowieso nie auf MTV laufen' oder 'Der Gangsterrap-Hype hat seinen Zenit überschritten' ziehen heutzutage nicht mehr so gut wie vor 2 Jahren. Lass die Hater haten.


HHK: Also Kolle, kommen wir zum Ende: Alphagene ist jetzt, wie sieht die Zukunft aus? Was können wir in den nächsten Monaten vom Überboss erwarten?

Kollegah: In naher Zukunft stehen Liveauftritte auf dem Programm. Ferner stehen interessante Features und neue Selfmade Releases für 2008 in den Startlöchern.


HHK: Wir danken für das Interview, viel Erfolg mit deiner Platte, das Schlusswort gehört dir!

Kollegah: Danke für den Support. Kauft mein Album „Alphagene“, votet bei TRL für mein Video, kommt zu unseren Shows und rettet die Wale!

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